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Das Elektroden Schweißgerät – enorm unempfindliches Verfahren auch für Anfänger

Hier dreht sich alles um das Elektroden Schweißgerät. Dieses Verfahren bietet viele Vorteile und auch Anfänger fühlen sich mit solch einem Gerät pudelwohl. Natürlich solltest du diese Technik lernen, bevor du sie anwendest. Schließlich funktioniert sie doch anders als das Schutzgasschweißen. Aber keine Angst: Wir zeigen detailliert, wie das Elektrodenschweißen funktioniert und worauf du beim Kauf achten solltest. An dieser Stelle möchten wir einen großen Vorteil verraten: Es kann sehr günstig erworben werden.

Übrigens: Dieses Verfahren ist auch unter dem Begriff Elektroschweißen oder E-Handschweißen bekannt.

Eine kleine Fachkunde rund um das Elektrodenschweißen

elektroden schweißgerätDer größte Unterschied zu anderen Schweißtechniken besteht darin, dass du hier kein Schutzgas benötigst. Das drückt nicht nur die laufenden Betriebskosten nach unten. Es führt auch dazu, dass du das Gerät günstig kaufen kannst. Schließlich benötigt es weniger Technik, keinen Gasanschluss und auch kein lästiges Schlauchsystem.

Der zweite große Unterschied lautet: Du arbeitest hier mit einer Elektrode, die abbrennt und somit gleichzeitig als Zusatzwerkstoff gilt. Du musst nicht – im Gegensatz zum WIG-Schweißen – mit zwei Händen arbeiten. Denn beim Elektroschweißen nutzt du keine WIG Elektroden, die nicht abbrennen und benötigst deshalb keinen separaten Schweißdraht oder Schweißstab.

Beachte ferner, dass die fehlende Technik, beispielsweise der Drahtvorschub, die Lebensdauer vom Elektroden Schweißgerät verlängert. Schließlich gibt es hier weniger Komponenten, die defekt werden können. Das Resultat: Du sparst dir einige Kosten, da sich auch die Reparatur- und Wartungskosten verringern.


Für welche Arbeiten kann es verwendet werden?

Das Elektrodenschweißen wird als sehr unempfindliches Verfahren bezeichnet. Du kannst dieses auch im Freien benutzen, da hier kein Gas weggeweht werden kann. Ebenso darfst du es auch an einem dreckigen oder verrosteten Werkstück anwenden. Du musst dieses nicht unbedingt säubern und sparst dir somit Arbeitszeit.

Trotzdem gibt es auch hier Einschränkungen zu beachten: Du kannst damit keine dünnen Bleche schweißen. Das Arbeiten an deinem eigenen Auto wird damit nicht möglich. Das Werkstück sollte mindestens eine Stärke von zwei Millimeter aufweisen.

Dank der geringen Größe eines Elektroden Schweißgerätes und aufgrund der Tatsache, dass dieses einen regulären Stromanschluss benötigt, kannst du es als mobiles Arbeitsgerät einsetzen. Das Installieren an einem festen Ort ist demnach nicht nötig.

Bei der Verwendung der Schweißelektroden solltest du lediglich darauf achten, dass du dich an der Stärke deines Werkstückes und am Material orientierst. Aber dieses Thema erläutern wird später.

Vor- und Nachteile vom Elektrodenschweißen

Aufgrund seiner anderen Arbeitsweise entstehen hier im Vergleich zu den übrigen Schweißtechniken die nachfolgenden

Vorteile

  • Es kann auch von Anfängern genutzt werden
  • Das Werkstück muss nicht sauber sein. Rost oder Schmutz stören nicht
  • Das Elektroschweißen kann auch im Freien verwendet werden
  • Sowohl die Anschaffung als auch der laufende Betrieb sind mit geringen Kosten verbunden
  • Alle Elektroden Schweißgeräte sind leicht und handlich
  • Die Schweißelektroden dienen als Zusatzwerkstoff und produzieren den Lichtbogen
  • Schutzgas wird nicht benötigt

Nachteile

  • Es entstehen Schlacke, die mit einem Hammer abgeschlagen werden müssen
  • Es eignet sich nicht für dünne Werkstücke; diese sollten mindestens zwei Millimeter stark sein
  • Feinarbeiten lassen sich damit nicht durchführen
  • Nicht für Arbeiten am Kfz geeignet
  • Kein Schweißen von Aluminium möglich

Das Elektroden Schweißgerät im Detail

Wie bereits erwähnt, wird eine Stromquelle benötigt. In der Regel reicht eine Steckdose mit 230 Volt völlig aus. Allerdings wird allein damit nicht die nötige hohe Stromstärke erreicht. Das führt dazu, dass sich im Gerät ein Transformator befindet, der die Stromstärke erzeugt. Immerhin werden beim Elektrodenschweißen bis zu 400 Ampere benötigt. Manche Geräte können sogar ohne Stromanschluss arbeiten, wenn diese an einen Generator angeschlossen werden. Hochwertige Elektroden Schweißgeräte besitzen einen Generator in ihrem Inneren.

Im weiteren Verlauf lassen sich Untertypen finden, die aus dem Wechselstrom einen Gleichstrom erzeugen können. Wie jedoch der eine oder andere Test beweist, handelt es sich hierbei um teurere Geräte. Bei diesen ließen sich jedoch auch der Minus- und Pluspol miteinander tauschen, sodass eine größere Auswahl an Schweißelektroden möglich wird. Diese Geräte werden oft als Schweißinverter bezeichnet.

Des Weiteren bestehen diese Typen aus den nachfolgenden Komponenten:

Zange
Brenner-Handstück
Schweißelektroden

In der Regel wird die Zange an das Werkstück angeschlossen und liefert somit den Plus-Pol. Die Elektrode wird an das zu schweißende Werkstück gehalten und brennt hierbei ab. Somit erfüllt diese zwei Aufgaben:

Die Elektrode ist mit einem besonderen Stoff ummantelt, der beim Abbrennen eine Gasglocke Diese schützt das Werkstück ähnlich wie das Schutzgas beim MIG/MAG und WIG-Verfahren.
Die Elektrode bildet die Schweißnaht.

Zu beachten ist, dass du immer mit einem Schlackehammer oder einer Bürste die entstandene Schlacke entfernen musst. Bei dieser Tätigkeit entstehen Spritzer, die deinen Augen schaden können. Zwar weist du bereits, dass du beim Schweißen immer eine Schutzkleidung tragen musst. Bei diesem Arbeitsschritt ist dies jedoch absolute Bedingung.

Viele spannende Feinheiten

Besonders interessant gestaltet sich beim Elektrodenschweißen der Zündvorgang. Vermehrt setzen die Hersteller auf das Soft-Zünden: Die Elektrode wird auf das Werkstück aufgelegt. Anschließend nimmt man die Elektrode in die Luft, was zum Zündvorgang mit ungefähr 30 Ampere führt. Je höher du die Elektrode hebst, umso höher wird der Strom. Qualitativ hochwertige Geräte sind in der Lage, Schwankungen vom Strom auszugleichen und bieten dir einen stets gleich hohen Strom.

Moderne Geräte verhindern zudem ein Festkleben der Elektrode am Werkstück, wie dies bei grobtropfigen Schweißelektroden der Fall wäre. Bevor es zu dieser Situation kommt, wird die Stromstärke für eine Sekunde erhöht, wodurch die Elektrode frei gebrannt wird. Sollte es dennoch zu einem Festkleben kommen, wird der Strom komplett unterbrochen.

Generell gilt bei der Benutzung von einem Elektroden Schweißgerät: Die Elektrode sollte mit dem richtigen Winkel und dem perfekten Abstand zum Werkstück geführt werden. Der Winkel sollte nach Möglichkeit 70 Grad betragen. Den perfekten Abstand findest du mit viel Übung selber, denn: Ist der Abstand zu gering, kann die Elektrode kleben bleiben und ist der Abstand zu groß, so streut der Lichtbogen.

Zubehör für Elektro Schweißgeräte

Aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein sehr einfaches Verfahren handelt, gibt es kein breites Spektrum an Zubehör. Im Grunde genommen beschränkt es sich auf die Schweißelektroden. Die Wahl der Elektrode ist von mehreren Faktoren abhängig:

Material vom Werkstück
Dicke vom Werkstück

Das Material der Elektrode sollte dem Material des Werkstückes angepasst werden. Nicht so einfach ist die Wahl des Elektrodendurchmessers. Dieser hängt von der Stärke des Werkstückes ab und regelt auch die nötige Stromstärke.

Als kleinen Überblick möchten wir drei Stärken des Werkstückes nennen:

 Durchmesser Werkstück Durchmesser Elektrod Stromstärke
zwei bis drei Millimeterzwei Millimeter60 bis 80 Ampere
Vier bis acht Millimeter3,2 Millimeter90 bis 130 Ampere
Sechs MillimeterFünf Millimeter150 bis 200 Ampere

Welche Variante benötigst du?

elektroschweißen

Elektroschweißen

Logischerweise solltest du dich ausgiebig informieren, bevor du ein Elektroden Schweißgerät kaufst. Natürlich kannst du einen Preisvergleich durchführen und dich für das günstigste entscheiden. Solltest du nur selten und vor allem hobbymäßig schweißen, dann mag dir das auch reichen. Denn meist besitzt auch ein günstiges Gerät eine Stromstärke zwischen 150 bis 200 Ampere. Trotzdem solltest du dich an weiteren Faktoren orientieren:

Sowohl die Massezange/Massekabel als auch das Brenner-Handstück sollten vom Elektroschweißgerät abnehmbar sein. Dies bietet dir die Möglichkeit, die Pole durchzuwechseln. Wir erinnern: Manche Schweißelektroden müssen am Plus- oder am Minuspol angesteckt werden.

Die Länge vom Kabel ist ebenfalls ausschlaggebend: Ein langes Kabel bietet dir eine hohe Flexibilität und du kannst dann auch an einem Werkstück arbeiten, das weiter entfernt ist. Andererseits kann ein zu langes Kabel zu Schwankungen in der Stromstärke führen.

Die Stromstärke sollte in jedem Fall eingestellt werden können.

Überlege vorher, ob du immer einen Stromanschluss zur Verfügung hast oder ob dein Favorit einen eigenen Generator besitzen soll.

An wen solltest du dich bei einer Reparatur wenden?

Notwendige Reparaturen nimmt entweder der Hersteller oder ein von ihm beauftragtes Unternehmen vor. Um bei diesem Punkt Kosten zu sparen, solltest du dich für ein Gerät entscheiden, bei dem du die Kabel und Zangen entfernen kannst. Dann hast du die Möglichkeit, diese selber auszutauschen.

In Bezug auf die Wartung gilt: Es gibt spezielle Prüfgeräte zu kaufen, mit denen die wichtigsten Betriebsteile geprüft werden können. Allerdings sollte man dies den Fachmännern überlassen.

Wenn du ferner auf dein Elektroden Schweißgerät achtest und es sowohl trocken als auch staubfrei lagerst, wirst du lange Freude daran haben. Achte ebenfalls darauf, das das Gerät bei der Lagerung keinen hohen Temperaturschwankungen unterliegt. Dies gilt im Übrigen auch für die Schweißelektroden: Auch diese müssen trocken gelagert werden. Für den Fall, dass du dein Gerät mal putzen möchtest, haben wir folgenden Tipp für dich: Verwende nur einen leicht feuchten Lappen und natürlich nur dann, wenn das Gerät nicht am Stromnetz hängt und es kühl ist.

Wo solltest du einkaufen?

Unserer Meinung nach ist das Internet die erste Anlaufstelle, wenn du mit dem Elektrodenschweißen beginnen möchtest. Dort findest du viele Videos, anhand derer du die Technik lernen kannst. Ebenso kannst du dich bei Stiftung Warentest über diverse Geräte informieren. Dort wird immer der neueste Test veröffentlicht. Wir haben dir natürlich einiges von dieser Arbeit abgenommen und dir die besten Elektroden Schweißgeräte vorgestellt.

Die Baumärkte vor Ort sind leider unterschiedlich sortiert und bieten teilweise nur die sehr günstigen Varianten an, die nur über eine geringe Stromstärke verfügen. Entscheidest du dich hingegen für ein hochwertigeres Gerät, das du bequem im Internet kaufen kannst, so erhöhen sich dadurch deine Einsatzmöglichkeiten. Ebenfalls hast du hier immer die Chance auf einen Preisvergleich. Und wer weiß? Vielleicht kannst du das ultimative Gerät im Rahmen eines Sonderangebots günstig kaufen?

Fazit:

Das Elektrodenschweißen stellt die älteste Schweißtechnik dar und eignet sich auch für Anfänger. Das Gerät ist einfach aufgebaut und du musst hierbei nicht viel beachten. Lediglich die Stärke der Schweißelektroden solltest du der Stärke des Werkstückes anpassen. Beides beeinflusst zusätzlich die Stromstärke. Dank der Tatsache, dass du dieses Verfahren auch im Freien anwenden kannst und es günstig zu erwerben ist, erfreut es sich großer Beliebtheit. Beim Kauf ist vorrangig auf eine möglichst hohe Stromleistung zu achten.