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Das WIG Schweißgerät – sinnvolle Alternative zum MIG/MAG Schweißen

Wig SchweißenDas WIG Schweißen ist mindestens genauso beliebt und bekannt wie die beiden Verfahren MIG und MAG. Die Beliebtheit liegt mit Sicherheit an der Tatsache, dass auch hier Schutzgas verwendet wird, wodurch sich das Ergebnis erheblich verbessert. Klar ist, dass dieses Verfahren einige Unterschiede zu den anderen Techniken besitzt. Diese möchten wir dir auf dieser Seite erklären und stellen dir auch das WIG Schweißgerät im Detail vor.

Kleine Geschichte um das WIG Schweißen

Im Jahr 1880 erfand Nikolai Nikolajewitsch Bernados das Lichtbogenschweißen, das in den USA im Jahr 1946 zum WIG-Verfahren entwickelt wurde. Das Hauptmerkmal bei dieser Technik stellt die Wolfram-Elektrode dar, die jedoch nicht abbrennt, aber den notwendigen Luftbogen herstellt. Für dich bedeutet das, dass du einen Zusatzstoff in Form eines Drahtes separat zuführen müsst. Ferner kommt bei diesem Schweißverfahren auch ein Schutzgas zum Einsatz: Das Inert-Gas. All diese Fakten führen zur Abkürzung WIG: Wolfram-Inert-Gas Schweißen.

 

Ein WIG Schweißgerät bietet zwei Verfahren

Du kannst hier zwischen zwei Varianten entscheiden: Gleichstrom oder Wechselstrom. Doch welche Technik musst du wann anwenden? Die nachstehende Tabelle liefert dir einen kurzen Überblick:

WechselstromGleichstrom
Materialien: Aluminium, Magnesium Wird am häufigsten angewandt
Hier wird die Oxidschicht aufgebrochenDie Wolfram-ELektrode dient als Minuspol
Materialien: Nichtlegierte Stähle, Kupfer, Messing

Manche WIG Schweißgeräte bieten nur eine Stromart an, qualitativ hochwertige Geräte erlauben die Verwendung von Gleich- und von Wechselstrom. Solche tragen die Zusatzbezeichnung WIG Schweißgerät AC DC. AC bedeutet hier: Wechselstrom und DC steht für Gleichstrom.

Wann wird das WIG Schweißen verwendet?

WIG Schweißen

WIG Schweißen

Im Gegensatz zum MIG und MAG Schweißen erhältst du bei diesem Verfahren ein qualitativ hochwertigeres Ergebnis. Allerdings ist zu bedenken, dass diese Technik nicht für Anfänger geeignet ist. Denn hierbei muss das Schweißen mit zwei Händen ausgeführt werden: In einer Hand hältst du den Schweißbrenner und in der anderen Hand den Schweißzusatz, also den Schweißdraht. Mit letzterem entsteht die notwendige Schweißnaht.

Ein weiterer großer Vorteil beim WIG Schweißen besteht darin, dass hier kaum Schlacke oder gar Spritzer entstehen. Die fehlenden Schlacke erhöhen die Qualität des Ergebnisses und die fehlenden Spritzer schützen den Anwender. Zudem wird bei diesem Verfahren das Material nur kurz erhitzt, weshalb sich das Arbeitsmaterial in Bezug auf seine Form nicht verändert.

Um tatsächlich ein hochwertiges Ergebnis zu erzielen, solltest du diese Technik nicht im Freien anwenden. In diesem Fall könnte ein aufkeimender Wind das Schutzgas verwehen und das Material wird dann weder vor Schmutz, noch vor einer künftigen Oxidation geschützt. Denke ebenfalls immer daran, das Werkstück vor dem Schweißen zu säubern.

Vor- und Nachteile vom WIG Schweißen

Obwohl es sich bei diesem Verfahren auch um ein Schutzgasschweißen handelt, wartet es im Vergleich zu MIG und MAG mit anderen Vor- und Nachteilen auf:

Vorteile

  • Die Wolfram-Elektrode besitzt einen höheren Schmelzpunkt, weshalb sie auch nicht abbrennt. Dies reduziert die Folgekosten, da die Elektrode nicht gewechselt werden muss.
  • Es entsteht eine höherer Flexibilität beim Einsatz des Schweißdrahtes. Dieser wird zudem nicht dauerhaft zugeführt, was zur „schöneren“ Schweißnaht führt.
  • Es entstehen kaum giftige Dämpfe und Spritzer werden vermieden.
  • Der Schweißer darf näher an das Werkstück herantreten.

Nachteile

  • Das WIG Schweißen nimmt in der Regel mehr Arbeitszeit in Anspruch.
  • Es kann wie alle Schutzgasschweißverfahren meist nicht im Freien verwendet werden.

So funktioniert ein WIG Schweißgerät

Wie bereits angesprochen, zählt dieses Verfahren zum Schutzgasschweißen. Denn auch hier wird ein Gas verwendet. Hierbei handelt es sich um ein Inertgas, das besondere Eigenschaften aufweist: es ist sehr reaktionsarm, das heißt, es wirkt nicht am Werkstück. Trotzdem stellt dieses Gas eine Schutzglocke über dem Schmelzbad her, damit keine Luft an die zu schweißende Stelle gerät.

Ein WIG Schweißgerät besteht aus den nachstehenden Komponenten:

Gasflasche
Stromquelle
Schlauchpaket
Brenner
Gasverteiler
Druckminderer
Keramiktülle
Wolfram
Minuspol

Welches Gas kommt beim WIG Schweißen infrage?

Bevor du mit dem Schweißen beginnst, musst du natürlich die Gasflasche anschließen. Der Druckerminderer hat hierbei die Aufgabe, den Gasdruck in einen erträglichen Arbeitsdruck umzuwandeln. Solltest du diesen als Ersatzteil nachkaufen, so achte unbedingt darauf, dass der Regelbereich in Litern pro Minute festgelegt ist. Ein Bar-Druckminderer wird meist beim Stickstoff verwendet.

Über die Schlauchanlage gerät das Gas in den Brenner. Nachdem du den Knopf am Brenner betätigt hast, darfst du dich mit diesem dem Werkstück nähern. Achte hierbei auf die Besonderheit von deinem WIG Schweißgerät: Entweder musst du mit der Nadel das Werkstück berühren oder nicht.  Wenn du mit der Arbeit fertig bist, solltest du nicht sofort den Brenner entfernen. Beim WIG Schweißen ist die sogenannte Gasnachströmzeit wichtig, um ein Verbrennen und Anlaufen der Schweißnaht zu verhindern.

Wie du erkennen kannst, ist dieses Schweißverfahren nicht so einfach. Bevor du damit beginnst, solltest du dich mit dieser Technik vertraut machen oder die Feinheiten im Rahmen eines Kurses lernen.

Wie muss das WIG Schweißgerät eingestellt werden?

Du musst vor jedem Arbeiten sowohl die Stromstärke als auch die Gasmenge einstellen. Bei der Stromstärke empfehlen Experten die nachfolgende Formel: 30 Ampere pro Millimeter Materialstärke.

Die Stromabsenkstärke sollte sich ebenfalls nach der Materialdicke richten und wird höher eingestellt, wenn das Material dicker ist.

Der Entgraterstrom sollte 30 Prozent von der gewählten Stromstärke betragen.

Die Gasnachströmzeit sollte sich zwischen fünf und acht Sekunden bewegen. Diese ist nötig, um das Werkstück während des Abkühlens vom Sauerstoff fernzuhalten.

Welche Varianten gibt es?

Betrachtet man alle vorhandenen Geräte, so wird klar, dass man am sinnvollsten einen Vergleich durchführt. Nur dann findet man genau das, was man sucht:

Es gibt tragbare Geräte, die sich auch für einen mobilen Einsatz eignen
Im Gegensatz hierzu gibt es größere und leistungsstärkere, die meist an einem Ort platziert werden
Bei einigen Geräten muss das Werkstück mit der Brennerspitze berührt werden, bevor man die Zündung einschalten darf. Das Gegenteil stellt die HF (Hochfrequenz) Zündung Alternativ gibt es Typen, bei denen du zwischen beiden Zündungsarten wählen kannst.
Bei einem WIG Schweißgerät AC DC kannst du sowohl mit Gleichstrom als auch mit Wechselstrom
Ferner erfolgt die Unterscheidung danach, ob der Schweißdraht manuell zugeführt werden muss oder ob das Gerät über eine Automatik verfügt. Im letzteren Fall wird dann ein Schweißstab verwendet.

Das WIG Schweißgerät AC DC

Das Gerät der Extraklasse ist das WIG Schweißgerät AC DC. Dieses Gerät kann sowohl im Gleichstrom als auch im Wechselstrom betrieben werden. Wie du weißt, benötigst du abhängig vom Material eine andere Stromart. Welches Material welchen Strom benötigt, haben wir weiter oben in einer Tabelle aufgeführt.

Das WIG Schweißgerät AC DC ist in der Regel etwas teurer, bietet dir aber die Möglichkeit, alle Materialien zu bearbeiten.

Welches Gas wird beim WIG Schweißgerät verwendet?

Aufgrund der Tatsache, dass du hier ein Inert-Gas benötigst, kommen  nur zwei Gase infrage:

Argon
Helium
Gemisch aus beiden Gasen

Helium wird hierbei als das qualitativ hochwertigere Gas angesehen, wartet aber auch mit einem höheren Preis auf. Mit Argon kannst du jedoch auch Edelstahl, Aluminium und Nicht-Eisenmetalle schweißen.

Die meisten Baumärkte verkaufen mittlerweile Gasflaschen und bieten auch deren Nachfüllen an. Somit sparst du dir bei dieser Variante einige Kosten, im Vergleich zum Kauf von Einweggasflaschen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, Gasflaschen im Internet zu kaufen. Hier liegt in der Regel der Vorteil vor, dass die Preise günstiger ausfallen. Zum Befüllen deiner Flaschen musst du dir trotzdem einen Händler vor Ort suchen.

Unabhängig davon, wo du das Gas kaufst, musst du auf die farbliche Bezeichnung der Flasche achten. Laut EN 1089 Teil 3 werden die nachstehenden Farben verwendet:

Dunkelgrün: Argon
Braun: Helium

Selbstverständlich besitzt beim WIG Schweißen das Gas die gleichen Eigenschaften wie bei jedem Schutzgasschweißverfahren:

Es verhindert, dass sich Sauerstoff über das Schmelzbad legt
Ein späteres Rosten der Schweißnaht wird somit verhindert
Es kann sich kein Schmutz am Werkstück ansetzen
NTF TIG160PD WIG TIG E-Hand Inverter Schweissgerät

Zubehör

WIG Schweißgerät

WIG Schweißgerät

Auch bei diesem Verfahren benötigst du Zubehör. In erster Linie handelt es sich hierbei um den Schweißdraht oder den Schweißstab. Sofern du dich mit dem Schweißen auskennst, weißt du auch, dass du das Material vom Schweißdraht dem Material des Werkstückes anpassen kannst, beziehungsweise sogar solltest. Diese findest du im Übrigen öfter unter dem Begriff Zusatzwerkstoffe.

Ebenso kannst du die Wolfram-Elektroden in unterschiedlichen Längen und Durchmessern nachkaufen. Oft verwendet der Fachhandeln hierfür das Wort Nadeln. Ferner lässt sich im Fachhandel eine Menge Ersatzteile finden, falls dein WIG Schweißgerät diese benötigt.

Somit kommen wir schon zum Punkt der Wartung und Pflege. Bei diesem besonderen Gerät ist es sehr wichtig, dass es an einem trockenen und sauberen Ort gelagert wird. Eine regelmäßige Überprüfung muss hier ebenso erfolgen wie bei allen anderen Schweißgeräten. Wenn du dich auf diesem Gebiet auskennst, so könntest du dir dein eigenes Prüfgerät kaufen und dann die Prüfung selbst vornehmen.

Wie bei allen Schweißverfahren solltest du auch beim WIG-Schweißen Schutzkleidung anziehen. Diese besteht aus einem Schweißschild, Handschuhen und einer Schweißschürze. Nur dann wird gewährleistet, dass du dich keiner gesundheitlichen Gefahr aussetzt. Abgesehen vom hellen Lichtbogen oder der enormen Hitze schützt dich die Kleidung auch vor Stromschlägen. Allerdings sollte bei diesem Verfahren jedes Bauteil gegen den Strom geschützt sein – im Gegensatz zum Elektroschweißen.

Wo solltest du ein WIG Schweißgerät kaufen?

Früher war es so, dass diese Geräte nur von Unternehmen verwendet werden. Dementsprechend groß und schwer waren sie auch und konnten auch nur über den Fachhandel erworben werden.

Heute sind die Geräte wesentlich kleiner, handlicher und können auch im Internet gekauft werden. Grundsätzlich empfehlen wir dir den Kauf im Internet aus den nachfolgenden Gründen:

Du kannst hier problemlos einen Preisvergleich durchführen. Zudem findest du hier generell günstigere Preise als im Baumarkt vor Ort. Was jedoch viel entscheidender ist: Du hast hier die Möglichkeit, mehrere Typen miteinander zu vergleichen und du kannst dir den einen oder anderen Test durchlesen. Ebenso könntest du dich auf der Internetseite von Stiftung Warentest informieren. All diese Möglichkeiten stehen dir beim Kauf im örtlichen Baumarkt nicht zur Verfügung.

Wir finden es ferner super, dass das Gerät dann bis an deine Haustür geliefert wird. Klar kommen Versandkosten hinzu – diese halten sich jedoch im Rahmen und sparst dir eine Menge Zeit beim Einkaufen. Beim Kauf eines neuen Gerätes steht dir natürlich auch die Herstellergarantie zu und du hast auch ein Rückgaberecht.

Worauf solltest du beim Kauf achten?

Bevor du dich für ein WIG Schweißgerät entscheidest, solltest du dir die nachfolgenden Fragen stellen:

Benötigst du ein mobiles Gerät oder nutzt du nur einen Arbeitsort?
Brauchst du auch Wechselstrom? Oder reicht dir ein günstigeres Gerät mit Gleichstrom aus?
Möchtest du den Schweißdraht manuell zuführen oder wäre dir eine Automatik lieber?
Im Übrigen gibt es auch Kombigeräte, mit denen du die Technik MIG/MAG und WIG anwenden kannst.

Wichtig ist, dass du dich nicht nur nach dem Preis richtest. Selbstredend kannst du das Gerät auch günstig kaufen, vor allem im Rahmen eines Angebotes. Viel wichtiger aber sind die Einstellmöglichkeiten am Gerät. Je mehr Einstellungen es besitzt, umso flexibler bist du dann beim Arbeiten. Denke auch an die Zukunft und entscheide dich für einen Hersteller, der auch in einigen Jahren noch Ersatzteile anbietet.

Fazit:

Im Gegensatz zum MIG und MAG Verfahren benötigst du ausreichend Erfahrungen und Kenntnisse, wenn du ein WIG Schweißgerät nutzen möchtest. Wir raten dir daher, diese Technik vorher zu lernen. Dann steht dir ein breites Spektrum an diversen Materialien zur Verfügung, die du bearbeiten kannst. Dank der Tatsache, dass du beim WIG Schweißen den Schweißdraht manuell zufügen kannst, entsteht hier eine qualitativ hochwertigere Schweißnaht als bei anderen Schutzgasschweißverfahren. Beim Kauf der Technik solltest du einige Punkte beachten, da hier ein relativ großes Sortiment mit verschiedenen Untertypen vorliegt.